„Música Viva und neue Wege“ – Konzertreihe Brasil em Concerto – Brasilianische Klänge

- Música Viva und neue Wege
Die Brasilianische Botschaft in Berlin freut sich, Sie zum vierten Konzert der Reihe „Brasil em Concerto – Brasilianische Klänge” einzuladen, einer Initiative, die brasilianische Konzertmusik systematisch und chronologisch vorstellt.
Das Konzert „Música Viva und neue Wege” ist dem Werk Claudio Santoros gewidmet, einem der bedeutendsten Protagonisten der brasilianischen Musik des 20. Jahrhunderts. Seine Karriere war von der konstanten Suche nach neuen musikalischen Ausdrucksweisen geprägt, so bewegte er sich zwischen verschiedenen ästhetischen Strömungen, von Serialismus über den Nationalismus zur Sinfonie- und Kammermusik und weiter zur elektroakustischen Produktion, und schuf ein umfangreiches und ausdrucksstarkes Werk, das mit der internationalen Avantgarde im Dialog steht, ohne dabei die Entwicklung einer eigenen Identität der brasilianischen Musik aus dem Blick zu verlieren.
Mittwoch, 4. März 2026
18:15 – Einlass
19:00 – Einführende Worte des Botschaftsrats Gustavo de Sá
19:15 – Beginn des Konzerts
Eintritt frei | Anmeldung über den LINK erforderlich
Beschränkte Platzzahl
Brasilianische Botschaft
Wallstraße 57, 10179 Berlin
Auf dem Programm stehen repräsentative Werke aus Cláudio Santoros Kammermusikproduktion, welche die Vielfalt seines Schaffens in verschiedenen kreativen Phasen verdeutlichen. Unter anderem werden die Sonate Nr. 4 für Violine und Klavier (1951) aufgeführt, die ausdrucksstarke Sonate Nr. 4 „Fantasia” für Klavier (1957) und das Trio für Klavier, Violine und Violoncello (1973), ein Werk von ausdrucksstarker Dichte, sowie lyrische Stücke wie die Elegien I und III für Violine und Klavier und das Encantamento für Violoncello und Klavier.
Dem Konzert wird durch die Mitwirkung seines Sohnes, des Pianisten Alessandro Santoro, der sich seit Jahrzehnten der Pflege, Interpretation und Verbreitung des künstlerischen Erbes des Komponisten widmet, eine besondere Bedeutung verliehen.
Alessandro Santoro – Klavier
Der in Rio de Janeiro geborene Alessandro Santoro schloss sein Masterstudium in Klavier am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau und in Cembalo am Koninklijk Conservatorium in Den Haag ab, wo er auch als Dozent tätig war. Er machte sich international einen Namen durch die Interpretation der Werke seines Vaters und 23 aufgenommene Alben, wovon eines mit dem Diapason d'Or ausgezeichnete wurde. Er spielte die gesamten Werke für Violine und Klavier, das Klavierkonzert Nr. 1 und, beim Label NAXOS, die gesamten Klaviersonaten von Cláudio Santoro ein und erhielt dafür von der Fachkritik große Anerkennung. Seit 1989 ist er für den materiellen und digitalen Nachlass des Komponisten verantwortlich. Derzeit unterrichtet er Cembalo und Generalbass an der Musikschule des Bundesstaates São Paulo (EMESP).
Gustavo Surgik – Violine
Der Brasilianer Gustavo Surgik hat international als Violinist reüssiert. Er gewann Wettbewerbe wie G. B. Viotti, Joseph Gingold und Zino Francescatti und wurde an der Gnessin-Akademie in Moskau promoviert. Seit 1997 ist er stellvertretender Konzertmeister des Staatsorchesters Stuttgart und tritt als Gast bei wichtigen europäischen Festivals und Institutionen auf. Er ist auch als Musikpädagoge tätig und war Dozent in Trossingen sowie Gastdozent an internationalen Universitäten und Akademien.
Ana Helena Surgik – Violoncello
Die brasilianische Cellistin Ana Helena Surgik schloss ihr Studium in São Paulo ab und vertiefte ihre Kenntnisse an der Musikakademie Basel und der Hochschule Luzern. Sie wurde bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet und machte sich insbesondere beim Johannes-Brahms-Wettbewerb in Österreich einen Namen. Sie unternahm Tourneen durch Europa, Amerika, Asien und den Nahen Osten, wobei sie ihre Tätigkeit als Solistin und Kammermusikerin mit pädagogischer Arbeit verbindet.
Einführung
Botschaftsrat Gustavo de Sá
Der Diplomat und Musiker leitete die Kulturabteilung der brasilianischen Botschaft in Berlin (2005-2009), Tel Aviv, Lissabon und derzeit in Warschau. Er war Leiter der Abteilung für Maßnahmen zur Förderung der brasilianischen Kultur des Außenministeriums (2017-2021), wo er das Programm „Brasil em Concerto” konzipierte und strukturierte.
Claudio Santoro (1919–1989)
Der Komponist, Dirigent und Violinist Claudio Santoro war eine der zentralen Figuren der brasilianischen Musik des 20. Jahrhunderts und Protagonist der Bewegung Música Viva, die für die Verbreitung avantgardistischer Strömungen in Brasilien verantwortlich zeichnete. Der in Manaus geborene Santoro tat sich schon früh als Geiger hervor und vertiefte in Rio de Janeiro unter dem Einfluss von Hans-Joachim Koellreutter seine Kenntnisse als Komponist, bevor er seine Studien in Europa, unter anderem bei Nadia Boulanger in Paris, fortsetzte.
Aus seiner Feder stammen mehr als 500 Werke, darunter Sinfonien, Konzerte, Kammermusik, Klavierstücke, Filmmusik, Vokalmusik und elektroakustische Musik. Santoro entwickelte eine Musiksprache, die von ständiger ästhetischer Transformation geprägt war. Er bewegte sich mühelos zwischen Zwölftonmusik, kritischem Nationalismus, Klangexperimenten und einem ausdrucksstarken lyrischen Ansatz.
Im Laufe seiner internationalen Karriere suchte er zeitweise politisches Exil in Europa, wo er als Professor für Orchesterleitung und Komposition in Deutschland tätig war und bedeutende Klangkörper wie die Leningrader Philharmoniker, das Leipziger Rundfunk-Sinfonieorchester und das RIAS-Sinfonieorchester Berlin dirigierte. In Brasilien spielte er eine entscheidende Rolle bei der Konsolidierung der Institutionen des Musiklebens, indem er Orchester gründete und leitete, als Professor an der Universität von Brasília lehrte und Generationen von Musikern ausbildete. Sein Vermächtnis bleibt eines der umfangreichsten und bedeutendsten der zeitgenössischen brasilianischen Musik.
Die brasilianische Botschaft in Berlin bekräftigt mit dieser Konzertreihe ihr Engagement für die Förderung brasilianischer Musik und lädt Sie zu diesem Abend ein, der einem der großen Komponisten des Landes gewidmet ist.